SUPREMALEVICH - eine [funk]oper in fünf akten oder "fünf arten kasimir malewitsch zu loben"
Uraufführung
Die Wirklichkeit selbst ist nicht zu erreichen, wie man ein Traumgesicht nicht in die Wirklichkeit übertragen kann.Die Wirklichkeit als Gegenstand, als Stoff, bleibt unfassbar, weil es sie nicht gibt. Wo ist Vollkommenheit und Kultur im Weltall? Ruft die Sonne den Mond an oder der Mond die Sonne? Ist denn der Anfang etwas Formloses? Welches Atom ist klüger oder dümmer, schwächer oder stärker; welches Atom bringt mehr heil und welches weniger, und gibt es das Heil als Idee? Ist denn die Milchflasche das Sinnbild der Milch? Wir müssen den Ring des Horizonts durchbrechen und überwinden - in die Null der Formen verwandeln - und in das Weiß als die wirkliche, reale Verkörperung der Unendlichkeit eingehen. Weiße schwebende Planiten werden den neuen Plan der Städte und die Form der Häuser der Semljaniten bestimmen. In ihnen werden die Geräusche künftiger Musik ertönen, die neuen Stimmen im Chor der Planiten. So muss alles geplant und koordiniert werden. (Kasimir Malewitsch)
1927 unternahm Kasimir Malewitsch, Wegbereiter des Konstruktivismus, eine Reise ans Dessauer Bauhaus. Seine Eindrücke und Ideen, die auf dieser Reise entstanden sind, übersetzt die [funk]oper „supremalevich“ in ein Hör-, Tanz- und Schauspiel, das in einem auf der Bauhausbühne installierten Studio produziert, aufgezeichnet und live ins Internet übertragen wird. Grundlage sind Texte von Malewitsch und seinen Zeitgenossen, übersetzt in stimmliche und gestische, musikalische und tänzerisch-räumliche Bilder. So entsteht eine Collage aus Szenen, Eindrücken und Atmosphären, die Malewitschs kosmische Visionen einer suprematistischen Kunst vergegenwärtigt - einer Kunst, die den Menschen und die Welt umfassend verändern sollte.
Leitung: Torsten Blume / Konzept: Torsten Blume, Marold Langer-Philippsen, Michal Nocon / Szenische Einrichtung: Martin Neuhaus / Video und Sound: Marold Langer-Philippsen, Shintaro Imai / Dramaturgie: Maria Viktoria Linke Schauspiel: Christel Ortmann, Hans-Jürgen Müller-Hohensee, Martin Neuhaus, Lucia Tenschert / Ballett: Joe Monaghan, Johan Plaitano, Kengo Yamazaki, Gabriella Gilardi, Anis Kajdanski-Tasarz, Yulia Gerbyna, Sarah Kirchner / Gesang: Mika Kaiyama, Kostadin Argirov / Livemusik und -video Bratislava: Stano Benacka, Marek Piacek, Peter Vazan, Peter Gonda / Kamera: Marcus Nebe, Stephan Murer, Ronny Traufeller, Tontechnik: Ulrich Iseler / Kostüme: Benita Borchard / Requisite: Marko Werner
Wir danken Iwona Malevicz, einer Großnichte Kasimir Malewitschs, für die Anregung.
Das Projekt ist eine Koproduktion der Stiftung Bauhaus Dessau, des Anhaltischen Theaters Dessau und des Kunstmuseums Lodz (Polen), mit Unterstützung der Malewitsch-Kunst- und Kulturförderung e.V. Düsseldorf und Teil des [funk]projektes, das im Fonds Heimspiel der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird. Die [funk]oper eröffnet das Tanz- und Performancefestival „Figurenräume - Raumfiguren der Stiftung Bauhaus Dessau.
Die Veranstaltung wird unter www.supremalevich.com live übertragen.
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